Haarstyling
Haarstyling ist wichtig - aber nur mit den richtigen Produkten.

Haarstyling

Haarstyling – Geschichte und Kultprodukte

Der Mensch nutzt seine Haare schon seit Jahrtausenden dazu, seine Identität und seinen individuellen Stil auszudrücken und seine Zugehörigkeit zu bestimmten Gruppierungen oder gesellschaftlichen Schichten zu zeigen. Dabei sind nicht nur Länge und Schnitt der Haare von Bedeutung. Auch die Art, wie sie gesteckt, geformt und in kleine Kunstwerke verwandelt werden, prägt den Look der einzelnen Stilepochen maßgeblich. Seit dem 20. Jahrhundert steht den Menschen zum Styling der Haarpracht eine Reihe an unterschiedlichen Kosmetikartikeln zur Verfügung, von denen sich einige zu international bekannten Kultprodukten entwickelten. Heute gehören Haargel, Haarspray und Stylingmousse in nahezu jedem Badezimmer zur Grundausstattung und werden im Alltag so selbstverständlich benutzt wie Zahnbüste und Duschgel.

Seit Jahrtausenden wichtiges modisches Ausdrucksmittel

Seit dem Altertum sind Menschen darum bemüht, ihre Haarpracht ins rechte Licht zu rücken und sich durch die Art des Stylings offen zu einem bestimmten Stil zu bekennen. Auch wenn die Erfindung von kosmetischen Hilfsmitteln, um die Haare in eine bestimmte Form zu bringen, bis zum 18. Jahrhundert auf sich warten ließ, fielen den Menschen schon in der Vergangenheit stets kreative Möglichkeiten des Stylings ein. Bereits bei den Ägyptern wurde dem Stil der Frisur eine wichtige gesellschaftliche Bedeutung zugeschrieben. Während Männer und Frauen im alten Ägypten die von Reliefs und Wandmalereien bekannte typische Frisur mit den langen Stirnfransen und den glatten mittellangen Haaren trugen, grenzten sich Jugendliche schon damals mit eigenwilligen Kreationen vom Rest der Gesellschaft ab. Vor dem Erwachsenenalter trugen Knaben in Ägypten rasierte Schädel mit einer einzigen kleinen Strähne an der Seite, die als „Locke der Jugend“ bekannt war. Jungen Mädchen stand es frei, ihre Haare zu Zöpfen zu flechten, sie offen oder in Pferdeschwänzen zu tragen. Ältere Menschen trugen schon damals Perücken, um graue Haare oder kahle Stellen zu verstecken und den Schädel vor der Sonneneinstrahlung zu schützen.
Aus dem alten Griechenland und Rom sind bei den Frauen bereits aufwendige Frisuren bekannt, die mit Bändern und Metallstücken befestigt und mit Blüten aufwendig verziert wurden. Statt dem modernen Haarsprays mit Lackeffekt bestreuten Griechinnen ihre Haare mit Goldpuder, um für einen edlen glänzenden Effekt zu sorgen. Auch die Römerinnen investierten täglich mehrere Stunden ins Styling ihrer Haare, denn je ausgefallender und kunstvoller sie ihre Frisuren trugen, desto eher sah man ihnen ihren Reichtum an. Falsche Haarteile und mit Juwelen und Perlen besetzte Spangen hielten die üppige, oft blondierte oder gefärbte und meist bis zu den Beinen reichende Haarpracht in Form.
Auch in China und Japan spielte das Haarstyling eine zentrale Rolle im alltäglichen Leben. Die Art, wie die Haare getragen wurden, drückte den gesellschaftlichen und familiären Status einer Frau aus. In China wurde für das Styling in der Regel schwarze Seide verwendet, die im tiefschwarzen Haar der Chinesinnen kaum auffiel und zart glänzende Effekte erzeugte. In Japan hingegen benutzten die Menschen lange Haarstäbe, kostbare kleine Kämme, Blumen und Bänder, um die kunstvollen Knoten und Haartürme zu befestigen. In Afrika wurden seit jeher zu großen Nadeln geschnitzte Tierknochen, unter den amerikanischen Ureinwohnern Federn und mit Perlen verzierte Bänder benutzt.
In Europa waren die Frisuren viele Jahrhunderte lang vergleichsweise einfach, denn während Männer ihre Aufmerksamkeit eher ihren dichten Bärten widmeten, trugen Frauen lange, nur teilweise in Zöpfe geflochtene Haare. Erst in der Renaissance setzte sich im Haarstyling das Haarnetz durch. Dieses blieb viele Jahrhunderte lang das Hilfsmittel Nummer eins, bis im 18. Jahrhundert die Haarpomade als erstes kosmetisches Styling-Produkt erfunden wurde.

Die Haarpomade – Fettglanz mit Kult-Charakter

Die Haarpomade als Mischung aus Bienenwachs und Fett gilt als der direkte Vorläufer des Haargels, wird jedoch heute noch von vielen Menschen verwendet. Ihren Namen verdankt die Pomade dem französischen Wort „pomme“ für Apfel, da sie ursprünglich daraus hergestellt wurde. Heute besteht Haarpomade je nach Marke aus unterschiedlichen Ölen wie Kokos- oder Olivenöl, Wollwachs, Vaseline und anderen synthetischen Fetten sowie verschiedenen Duftstoffen. Im Gegensatz zu Haarspray und Haargel kommt sie gänzlich ohne den Zusatz von Alkohol aus, trocknet die Haare daher nicht aus und macht sie leicht kämmbar. Sie eignet sich zum Festigen, schnellen Formen und auch zum Pflegen der Haare und sorgt für den charakteristischen Fettglanz, der so eng mit dem Look vieler kultiger Hollywood-Stars der Fünfziger bis Siebzigerjahre verbunden ist. Obwohl die Haarpomade bereits im 18. Jahrhundert zur Zeit des Barock erfunden wurde, war sie lange Zeit ausschließlich dem Adel vorbehalten. Erst in den Zwanzigerjahren des 20. Jahrhunderts begannen Männer, inspiriert vom Look einiger Stummfilmstars, ihre Frisuren mit dem öligen Produkt zum Glänzen zu bringen. Auch die legendären Flapper-Girls schmierten sich die Pomade in ihre skandalösen Kurzhaar-Bobs. In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Pomade in Europa so rar, dass junge Männer stattdessen Butter, Öl oder Schmalz verwendeten, um ihre Fifties-Schmalzlocken in Form zu bringen. In den USA definierte die Pomade eine ganze Generation von Schauspielern von Elvis Presley bis Marlon Brando, die mit ihren Haartollen und Ducktails Modegeschichte schrieben. Nur eine winzige Menge des fettigen Produktes ist vonnöten, um wie diese Kultstars zum Rock’n’Roll-Held zu werden.
In Deutschland war Brisk die erste etablierte Marke, die Pomade in großem Stil auf den Markt brachte. Als die führenden internationalen Kultmarken gelten heute DAX, Murray’s Pomade, Black & White sowie Lucky Tiger. In den letzten Jahren erlebte die Pomade in der Männerwelt ein Revival durch die wieder trendigen Rockabillys und die US-amerikanische Rap-Szene. Unter Frauen hingegen war lange Zeit das Haarspray das wichtigste Stylingprodukt, das alle Arten von Frisuren, ob hochgesteckte Türme oder kurze Bobs zu lackierten und standfesten Kunstwerken transformiert.

Das Haarspray – Unsichtbares Haarnetz für wetterfesten Halt

Mit der Sprühdose wurde im frühen zwanzigsten Jahrhundert eine Technik erfunden, die es erlaubte, Flüssigkeiten in kleinste Partikel zu zerstäuben. Dies ebnete den Weg für das Haarspray, das im Jahr 1955 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde und in der Haarmode eine wahre Revolution auslöste. Ursprünglich aus Schellack hergestellt, ermöglichte es den Frauen, ihre Turm- und Hochsteckfrisuren ohne Haarnetz zu fixieren und das Haar gleichzeitig mit einem attraktiven Glanz zu versehen. Auch in den Sechziger- und Siebzigerjahren wurden die großen Föhnwellen, in den Achtzigerjahren die Irokesen der Punks mit reichlich Haarspray stand- und wetterfest gemacht. Heute wird Haarspray überwiegend für die Festigung festlicher Hochsteckfrisuren verwendet und ist als Lieblingsprodukt der älteren Damen etwas aus der Mode gekommen. Dennoch sind die eleganten langen Sprühdosen der marktführenden Hersteller Elnett, Taft und Wellaflex immer noch Kultprodukte, die zur Beauty-Grundausstattung vieler Frauen zählen. Die Verwendung von Haarspray erfordert im Gegensatz zu Haarpomade, Haargel und Schaumfestiger einen vorsichtigen Umgang, da der Sprühnebel keinesfalls eingeatmet werden und in die Augen gelangen darf. Der leicht entflammbare Inhalt der Dose darf zudem nicht mit Feuer, hohen Temperaturen und Sonnenbestrahlung in Kontakt kommen.

Schaumfestiger und Haargel – Einfach zu handhaben

Während sich die Wirkungsweise von Haarspray seit der Erfindung in den Fünfzigerjahren nicht wesentlich verändert hat, sind in der Entwicklung von Schaufestigern in den letzten Jahrzehnten einiges getan. Früher verklebten die Haare durch die Anwendung von Schaumfestiger ähnlich wie bei Haarspray. Die neuen Produktgenerationen sind unter dem Begriff Stylingmousse wesentlich einfacher in der Anwendung, lassen sich im feuchten Haar leicht verteilen und verhindern Frizz. Schon ein kleiner Klecks macht lockiges Haar geschmeidig, eignet sich als pflegende Haarkur und lockert die Frisur dezent auf. Größere Mengen eigenen sich für den angesagten Sleek Look im langen glatten Haar. L’Oreal Elvital, Garnier, Syoss und Wellaflex zählen heute zu den erfolgreichsten Marken, die hochqualitative Stylingmousse-Produkte herstellen.
Während die Damenwelt bei Haarstyling heute vor allem auf High-Tech-Schaumfestiger vertraut, bearbeiten junge Männer ihre Kurzhaarfrisuren mit Haargel. das in unterschiedlichen Festigungsgraden erhältlich ist. Ob dezentes Formen der vorderen Haarpartie oder der trendige Wetlook bevorzugt wird, Haargel erfreut sich in der Männerwelt seit Jahrzehnten größter Beliebtheit. Auf dem europäischen Markt sind im Bereich des Haargels vor allem die Kultmarken Schwarzkopf Got2Be und Osos+, Bed Head, Syoss und Wella führend. Haargel ist im Tiegel und in der Tube erhältlich und erfreut die Fans des Wetlooks nicht nur wegen der einfachen und unkomplizierten Anwendung, sondern auch wegen der intensiv-fruchtigen Parfümierung. Für welche Marke man(n) sich entscheidet, hängt letztlich nur von der Duftnote und der stylischen Verpackung ab, die das durchsichtige Wunderprodukt beherbergt.