Glätteisen
Ein farbenfrohes Glätteisen.

Glätteisen

Glätteisen – und das Haar glänzt glatt

Ob angesagter Sleek-Look oder nicht – wenn Sie Ihre Haare schnell und wirkungsvoll glätten möchten, dann kommen Sie an einem Glätteisen kaum vorbei: Das Glätten gewellter sowie gelockter Haare gelingt am besten mit einem Glätteisen. Keine Frage: Zu einem gekonnten Hairstyling gehört heute ein Glätteisen. Doch die kritischen Stimmen wollen nicht ganz verstummen. Glätteisen – schon der Name verweist auf seine Geschichte, auf seine Eisenstäbe in Scherenform, und somit auf mögliche Gefahren. Kam es beim Glättvorgang früher noch zu einer mäßigen Erhitzung des Geräts via Herdplatte, was sowohl Haut als auch Haare in große Mitleidenschaft zog, so erfolgt die Beheizung von Glätteisen heute jedoch auf elektrischem Weg. Letzteres bedeutet Entwarnung für Haut und Haare.

Geschichte des Glätteisens

Die Erfindung des Glätteisens geht auf den Franzosen Marcel Grateau zurück. Dieser schuf Ende des 19. Jahrhunderts ein Gerät, das es Frauen ermöglichte, ihre Haare zu glätten. Hierzu wurden zwei schmale Eisenstäbe provisorisch miteinander verbunden und über dem offenen Feuer erhitzt. Mit dem so präparierten Werkzeug gelang es dann, die Haare wie gewünscht zu glätten. Dass diese Art der Haarbearbeitung nicht ungefährlich ist, lag auf der Hand. Nichtsdestotrotz wurden mögliche Gefahren in Kauf genommen getreu dem Motto Wer schön sein will, muss leiden. Das sollte aber nicht auf ewig so bleiben, denn bereits wenige Jahre später kamen spürbar verbesserte Glätteisen auf den Markt. Nach der ersten Brennschere im Jahre 1872 eroberte bereits 1906 ein Modell mit mehreren Metallzähnen den Markt, welches präziseres Arbeiten ermöglichte. Und bereits 1909 folgte mit dem Glätteisen von Isaac K. ein Gerät, das mit seinen vollständig flachen Seiten eine gute Vorlage für unsere heutigen Glätteisen geliefert hat. Wieder sollte es nicht lange dauern, bis 1912 mit dem ersten Flacheisen von Jennifer Bell Schofield eine neue Ära eingeleitet wurde: Von nun an waren Glätteisen mit zwei Platten plus Scharnier zu haben. Letzteres war der Garant dafür, dass beiden Seiten nicht auseinanderfielen. Die Entwicklung schritt in der Folgezeit immer weiter voran, wenngleich Glätteisen in den 1940er und auch 1950er Jahren lediglich dann zum Einsatz kamen, wenn Haare gelockt werden sollten. Ab 1980 sorgten die aus Plastik bestehenden Geräte für einen neuen Schub in Richtung Haarschonung und Sicherheit. Mit ihrer deutlich gestiegenen Effizienz seit der Jahrtausendwende konnten Glätteisen immer mehr Vertrauen gewinnen und so ihre Anhängerschaft steigern. Zu dieser Entwicklung haben insbesondere die Hersteller ghd und cloud nine beigetragen, weshalb sie auch als Protagonisten in Sachen Glätteisen gelten.

Funktionen des Glätteisens

Ohne Frage: Glätteisen müssen bestimmte Funktionen besitzen, sollen sie die Haare nicht schädigen. Dazu gehören – neben der richtigen Temperatur – vor allem entsprechende Materialien. Natürlich sollten Glätteisen nicht nur – wie der Name schon sagt – Haare glätten können, sondern gleichzeitig auch in der Lage sein, Locken zu kreieren. Wenn Sie unsicher sind, nach welchen Kriterien Sie bei der Wahl Ihres Glätteisens vorgehen sollen, dann achten Sie zu allererst auf vollwertige Keramikplatten. Vergleichsweise billige Geräte in der Preisklasse bis 50 Euro verfügen vielfach nur über keramikbeschichtete Metallplatten. Dies hat nicht selten zur Folge, dass die Hitzeentwicklung schwankt und die Temperatur somit über 200 °C liegen kann, was ein Überschreiten der empfohlenen Temperatur bedeutet – massive Schädigung der Haare inklusive. Auch den Hitzestufen kommt eine besondere Bedeutung bei der Suche nach dem geeigneten Glätteisen zu. Denn: Sind die Haare nicht so dick und auch nicht besonders widerspenstig, dann muss die Temperatur auch nicht so hoch sein, um sie glätten zu können. Dann reichen statt 200 °C auch schon mal 180 °C oder weniger aus. Hier trägt ein Glätteisen mit entsprechenden Hitzestufen beziehungsweise Sensoren zu einem schonenden Umgang mit der Ressource Haar bei. Auch auf die Aufwärmzeit sollten Sie bei einem Glätteisen achten. Sie spart Ihnen nicht nur wertvolle Zeit, sondern steht auch für Qualität. Beträgt die Aufwärmzeit weniger als dreißig Sekunden, dann können Sie davon ausgehen, dass es sich um ein robustes Gerät handelt. Natürlich darf auch die Sicherheit nie außer Acht gelassen werden. Deshalb kommt der Abschaltautomatik eine große Bedeutung zu. Verfügt Ihr Glätteisen über dieses technische Detail, dann haben Sie eine Sorge weniger, wenn Sie mal nicht sicher sein sollten, ob Sie Ihr Gerät auch wirklich ausgeschaltet haben. Wenn Sie Ihre Haare nicht nur glätten wollen, sondern auch fantastische Locken kreieren wollen, dann achten Sie darauf, dass Ihr Glätteisen in spe auch ein drehbares Kugelgelenk besitzt. So können Sie alle Drehbewegungen ohne Kabelprobleme durchführen.

Der große Glätteisen Test

Egal ob Babybliss oder Braun, Carrera oder ghd, Grundig oder Philips, Remington oder Rowenta, Severin oder Udo Walz – Hersteller von Glätteisen gibt es einige und bekannt sind sie obendrein. Doch welches Gerät erscheint empfehlenswert, welches eher nicht? Hier bietet sich ein Vergleich verschiedener Modelle an: Angefangen bei dem Modell „Satin Hair 7 ST 780 Senso Care“ der Marke Braun über das Glätteisen „Remington S9500 Haarglätter Pearl“ bis hin zu dem Glätteisen „Udo Walz by Beurer B15 50 Haarglätter easy“. Natürlich haben die genannten Modelle jeweils ihre speziellen Vorteile, aber auch immer einige Nachteile.

Modell7 ST 780 Senso CareS9500 PearlUdo Walz B15 50
HerstellerBraunRemingtonBeurer
Aufheizdauer30 Sekundenetwa 10 Sekunden30 Sekunden
Plattenbreite30mm30mmk.A.
Plattenlängek.A.110mmk.A.
Temperaturregelungautomatische Temperaturanpassung (140°C - 180°C)10 Temperaturstufen (bis 235°C)manuell von 140°C - 230°C
Sicherheitsabschaltungjajaja
KeramikplattenjajaKeramik-Beschichtung
Kabellänge2m3m2m

Glätteisen von Braun

Braun LogoDas Modell aus dem Hause Braun ist mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von EUR 99,99 nicht gerade billig. Dafür besitzt es aber auch ein Alleinstellungsmerkmal: Es wird nämlich die Möglichkeit offeriert, drei verschiedene Nutzerprofile zu hinterlegen. Hierzu müssen sowohl Haardicke als auch Haarlänge eingegeben werden. Mithilfe dieser Angaben errechnet das Gerät dann die optimale Hitzeabgabe. In einem Haushalt mit mehreren Personen kann dies durchaus von Vorteil sein. Wenn bei diesem Glätteisen auch keine Ionentechnologie zum Einsatz kommt, so bedeutet dies jedoch kein Manko im Vergleich zu Geräten mit ausgewiesener Ionentechnologie. Die Haare gleiten mühelos durch die Keramikplatten, ohne sich dabei elektrostatisch aufzuladen. Was das Design und die Praktikabilität der Handhabung betrifft, so besteht hier durchaus noch Verbesserungspotential: Wer eher kleine Hände hat, dem wird dieses Glätteisen zu groß erscheinen. Außerdem bleibt es nicht aus, dass das Umfassen des Eisens sich mitunter schwierig gestaltet, wenn man dabei immer wieder auf die Knöpfe gelangt. Negativ zu vermerken ist auch, dass dieses Glätteisen nicht mittels Knopf oder Hebel geschlossen werden kann und auch keine Tasche im Lieferumfang enthalten ist.

Glätteisen von Remington

Remington LogoNun zum Glätteisen aus dem Hause Remington, dem Modell S9500 Haarglätter Pearl – ebenfalls mit einer UVP von EUR 99,99. Schon beim Auspacken lacht einen das edle und vergleichsweise ausgefallene Design an – eine Augenweide in Schwarz, dazu schimmernder Perlglanz mit Kirschblüten. Zwei Taschen werden – im Gegensatz zum Modell aus dem Hause Braun – auch gleich mitgeliefert. Bei der Verwendung fällt auf, dass das Gerät zwar nicht in den vom Hersteller angegebenen zehn Sekunden einsatzbereit ist, dennoch um einiges schneller als vergleichbare Glätteisen der Konkurrenz. Dabei wird es allerdings außen mitunter verhältnismäßig heiß, wie die Praxis zeigt. Die Handhabung dieses Glätteisens erweist sich als sehr angenehm – auch weil es extrem gut in der Hand liegt. Eine Transportverriegelung sorgt dafür, dass es keine Probleme mit dem Verstauen gibt. Was jedoch die Glättleistung betrifft, so beweist die Praxis, dass hier durchaus noch Nachholbedarf besteht.

Glätteisen von Beurer

Beurer LogoJetzt noch ein Blick auf das Glätteisen von Udo Walz, Modell B15 50 Haarglätter easy. Die UVP liegt mit lediglich EUR 49,99 um 50 Prozent günstiger als bei den beiden zuvor genannten Modellen. Leicht stellt sich dann die Frage: Wo ist denn hier der Haken? Nein, einen Haken brauchen potentielle Käuferinnen hier offenbar nicht zu befürchten, wie aus den Kundenbewertungen hervorgeht. Auch bei den Geräten von Udo Walz sind die üblichen Standards wie zumindest Nano-Keramik-Beschichtung, stufenlose Temperaturregelung, Abschaltautomatik, Kabel- mit Drehgelenk selbstverständlich vorhanden, wenn auch eine Tasche für den Transport fehlt. Diese sucht man allerdings auch schon mal bei Geräten, die doppelt so teuer sind, vergebens. Wie auch immer – das Preis-Leistungsverhältnis dieses Glätteisens ist sehr gut. Im Übrigen dürfte es kaum vorstellbar sein, dass Udo Walz seinen Namen für ein minderwertiges Gerät hergibt. Jetzt haben Sie also die Qual der Wahl.

Schonend glätten

Haben Sie endlich ein Gerät gefunden, das Ihren Ansprüchen genügt, dann gilt es aber auch die Haare möglichst schonend zu glätten. Generell gilt: Je gesünder Ihr Haar, desto öfter dürfen Sie dieses glätten. Unbestritten ist: Zu häufiges Glätten der Haare ist der Haarstruktur nicht förderlich. Gerade poröses Haar leidet besonders unter der Hitze der Glätteisen. Hier empfiehlt sich der Einsatz spezieller Hitzesprays. Andernfalls kann das Haar auch schon mal abbrechen. Die renommierten Markenhersteller in puncto Haarpflege bieten – neben Sprays – auch entsprechende Produkte in Form von Fluid oder Mousse an. Diese Mittel sorgen dafür, dass die Temperatur im Haar bestimmte Grenzwerte nicht überschreitet.
Bevor Sie mit dem eigentlichen Glätten beginnen, sollten Sie Ihr Haar in verschiedene Bereiche dirigieren. Dann beginnen Sie mit den unteren Partien, das Deckhaar kommt zuletzt an die Reihe. Achten Sie darauf, dass Ihr Glätteisen möglichst nicht in unmittelbare Nähe Ihres Gesichts gerät. So entgehen Sie möglichen Verbrennungen am besten. Setzen Sie das Glätteisen immer zuerst oben an, und ziehen Sie es dann bis zu den Spitzen durch. Achten Sie darauf, dass Ihre Haare nicht zu lange Kontakt mit dem Glätteisen haben. So vermeiden Sie eine punktuelle Überhitzung, die zum Bruch des Haars führen könnte. Die Haare lassen sich besser glätten, wenn sie ein wenig feucht sind.
Wie auch immer – im Prinzip dreht sich beim Glätten der Haare alles um das Thema Hitze. Schützen Sie Ihre Haare also mit einem qualitativ hochwertigen Glätteisen, und glätten Sie Ihre Haarpracht nie bei mehr als 200 °C. Ihre Haarstruktur wird es Ihnen danken und so auch keinen nennenswerten Schaden erleiden. So gelingt auch der Sleek-Look immer wieder – einfach glatt und glänzend.