Bürste und Kamm
Bürsten und Kämme

Bürste und Kamm

Haarbürsten und Kämme gehören zur Basisausstattung einer guten Pflege, die das Haar gesund und glänzend hält. Als Werkzeuge sind sie seit langem Bestandteil der menschlichen Kulturgeschichte. Seit es Frisuren gibt, gibt es die Mittel um Haare zu arrangieren. Einer der ältesten Kämme der Welt stammt aus Schweden und ist mehrere Jahrtausende alt. Kämme galten dabei nicht nur als Werkzeug, sie waren zugleich Haarschmuck und Statussymbol. Auch die Verwendung von Bürsten ist schon im alten Ägypten und antiken Griechenland belegt.

Nutzen von Bürsten und Kämme

Bürsten und Kämme werden zu allererst dazu genutzt, um die Haare zu ordnen, sie zu entwirren, von Knoten zu befreien und von Schmutzpartikeln zu reinigen. Die Bürstenstriche regen die Durchblutung der Kopfhaut an und sorgen dafür, dass die Versorgung der Haarwurzeln mit Nährstoffen gefördert wird und Verhornungen gelöst werden. Zusätzlich kann die richtige Bürste das natürliche Hautfett bis in die Haarspitzen verteilen und sorgt für einen schützenden Fettfilm und glänzende Haare. Die falsche Bürste oder der falsche Kamm, kann jedoch dazu führen, dass die Haare brechen. Gerade bei langen Naturlocken setzen einige Haarfans auf den Verzicht von Kamm oder Bürste und bedienen sich nur der Finger, um ihre Haare zu ordnen. Inwieweit diese Methode für die Haarpflege geeignet ist, hängt vor allem von der Haarstruktur ab.

Verschiedene Bürstentypen

Es gibt viele unterschiedliche Varianten von Bürsten, doch der Aufbau ist bei allen gleich: Eine klassische Bürste setzt sich aus dem Bürstenkörper, den Borsten und dem Griff zusammen. Sie besteht aus Metall, Kunststoff, Keramik oder Holz. Empfehlenswert sind Bürsten, die Naturborsten haben, da sie schonend für das Haar sind. Denn bei Bürsten aus Plastik kann es vorkommen, dass sich die Haare elektrisch aufladen. Man unterscheidet in Flachbürsten oder Rundbürsten. Welche die richtige Bürste ist, kommt darauf an, wofür sie genutzt wird.

Paddelbürste

Dem Namen entsprechend ist der Bürstenkopf der Paddelbürste – oder auch Paddlebrush – wie ein Paddel geformt. Die Borsten sind in ein Gummibett eingelassen, dass beim Bürsten nachgibt und Haare und Kopfhaut schont. Sie eignet sich für langes glattes Haar. Durch ihren großen Bürstenkopf ist sie ideal zum Föhnen, da große Haarpartien gleichzeitig gegriffen werden.

Rundbürsten

Es gibt kleine und große Rundbürsten. Sie sind ideale Stylinghelfer beim Föhnen und sorgen für mehr Volumen und Schwung. Die kleinen Rundbürsten eignen sich für kurzes und feines Haar, die großen für langes. Der Vorteil zur Rundbürste liegt klar beim Styling. Wer seine Haare nicht nur bürsten, trocknen und glatt föhnen möchte, der sollte zu einer Rundbürste greifen.

Skelettbürste

Skelettbürsten, auch bekannt unter dem wohlklingenderen Namen Ventbürsten, sind meistens komplett aus Kunststoff und verfügen über viele luftdurchlässige Zwischenräume im Bürstenkopf und weit auseinanderstehende Borsten. Gerade bei lockigem Haar gleiten die Borsten besser durch die Haare. Die Zwischenräume lassen beim Föhnen die Luft besser zirkulieren und ein weiterer Vorteil ist, dass sich die Skelletbürsten besonders einfach reinigen lassen.

Bürsten für besondere Ansprüche

Eine Allzweckbürste zum Durchbürsten der Haare oder eine Rundbürste zum Stylen sind die Klassiker bei den Haarpflegeutensilien. Ab und zu braucht es aber etwas mehr. Daher finden auch bei Bürsten immer wieder neue Entwicklungen oder Verbesserungen statt. Für lange Haare, die zum Verknoten neigen, eignen sich Detangler-Bürsten: Das sind kleine ovale Bürsten meist ohne Griff mit unterschiedlich langen Borsten. Die Borsten bestehen aus weichem Kunststoffmaterial und sind besonders nachgiebig, so dass sich die Haare ohne Ziepen entwirren lassen. Die bekannteste Variante dieser Detanglerbürsten ist der Tangle Teezer.
Spezielle Ionen-Bürsten setzen beim Kämmen der Haare Ionen frei, die die statische Aufladung der Haare neutralisieren und gegen elektrisch aufgeladene Haare helfen.
Die Sassoon Bürste hingegen entwickelte Vidal Sassoon speziell dafür, eine Bobfrisur glatt zu föhnen. Sie eignet sich zudem für das Bürsten von langen Haaren und ist auch unter dem Namen Denman-Bürste, nach ihrem Hersteller, bekannt.

Vielfalt der Kämme

Der klassische Kamm besteht aus einem Griffteil und einer unterschiedlichen Anzahl von Zähnen, die auch Zinken genannt werden. Kämme wurden aus allerlei Materialien hergestellt: Elfenbein, Knochen, Horn oder Holz. Moderne Kämme bestehen aus Kunststoff, Gummi oder Edelstahl. Von Friseuren werden vor allem Kämme aus Naturkautschuk oder Holz empfohlen. Der Vorteil von Holzkämmen ist, dass sie antistatisch sind und sich die Haare beim Kämmen nicht aufladen. Wie bei den Bürsten unterscheiden sich die Kämme in kleinen Details, je nach Nutzungsabsicht: Es gibt Lockenkämme, Frisierkämme, Haarschneidekämme, Stielkämme, Wasserwellkämme, Strähnenkämme, Taschenkämme und Toupierkämme.
Gerade für Lockenköpfe kann eine Bürste einen morgendlichen Kampf bedeuten, der dann auch noch mit wirren abstehenden Haaren endet. Daher eignen sich Lockenkämme mit weit auseinanderstehenden Zähnen gut für lange und lockige Haare. Diese Kämme können auch bei anderen Haartypen Anwendung finden, besonders bei nassen Haaren, die leichter brechen. Frisierkämme mit einem gewölbten Rücken, groben Zinken und kräftigem Griff eignen sich ebenfalls für das Durchkämmen nach der Haarwäsche.

Kämme für die Frisur

Andere Kämme sind weniger für das Durchkämmen der Haare gedacht, als vielmehr für bestimmte letzte Griffe beim Styling. Mit dem Toupierkamm oder Nadelstielkamm bekommen einzelne Haarpartien mehr Fülle: Die unterschiedlich langen Zinken des Kammes rauen die Haare auf und gibt ihnen so mehr Fülle. Der Gabelkamm hingegen eignet sich durch seinen Aufbau mit der am Ende befindlichen Gabel gut dafür, bereits frisierte Haarpartien anzuheben und zu lockern.

Kämme für Herren

Bürsten und Kämme sind gleichermaßen für Frauen und Männer geeignet. Je nach Haarlänge können sich auch die Herren für das passende Werkzeug zur Haarpflege entscheiden. In der Regel sind Männerhaare kurz und es gibt dafür spezielle Herrenschneidekämme, die einen grob- und feinzahnigen Teil aufweisen. Diese Kämme sind abgeschrägt, so dass auch die kürzesten Haare erfasst werden. Für kurze Haare ist auch der Herren-Frisierkamm gedacht, der feingezahnt ist.

Die richtige Bürste

Für jedes Bedürfnis gibt es die richtige Bürste und den richtigen Kamm. Abhängig ist die Wahl zudem vom Haartyp. Für das einfache Kämmen und Durchbürsten empfehlen sich Allzweckbürsten, Lockenkämme oder Frisierkämme. Für ausgeklügelte Frisuren sollten Sie sich die entsprechenden Stylingbürsten und Stylingkämme zulegen. Wichtig ist, dass die Borsten Noppen haben oder abgerundet und weich sind, um die Kopfhaut und die Haare zu schonen. Bei Kämmen empfehlen sich solche, deren Zinkenspitzen rund geschliffen sind und die keine scharfkantigen Pressnähte haben. Welches Material Sie bevorzugen, ist Ihnen überlassen, da jedes gewisse Vor- und Nachteile mit sich bringt. Es gibt viele Hersteller und die Preise variieren. Zu den bekanntesten Herstellern von Kämmen und Bürsten zählen Kent, Olivia Garden, Mason Pearson und Hercules Sägemann. Aber auch preiswerte Drogeriemärkte bieten die verschiedensten Hersteller an.

Nutzung und Pflege

Ist die richtige Bürste oder der richtige Kamm gefunden, sollten Sie diese regelmäßig reinigen, damit Sie Ihnen lange erhalten bleiben. Am besten ist, die Haare nach jedem Kämmen zu entfernen. Alle zwei Wochen empfiehlt sich eine Wäsche mit mildem Shampoo, um so andere Rückstände zu entfernen. Holzbürsten vertragen das vollständige Eintauchen in Wasser nicht, weil sie sich verziehen können. Die nassen Bürsten und Kämme am besten auf einem Handtuch trocknen und nicht auf der Heizung, da die Wärme die Borsten beschädigen kann.