Lockenwickler
Lockenwickler haben verschiedene Funktionen.

Lockenwickler

Geschichte der Lockenwickler

Die Geschichte der Lockenwickler reicht sehr weit zurück. Als Begründer der Lockentechnik galten die Alten Griechen. Das Calamistrum, die Urform des Lockenwicklers, wurde im antiken Rom für die Herstellung von Locken eingesetzt. Dieses aus Metall gefertigte Rohr wurde über Holzasche erwärmt und danach ins Haar gewickelt. Damit funktionierte es ähnlich wie die heutigen Heizwickler.

Die Trägerinnen der Lockenpracht wurden calamistratae genannt und lagen vor allem im 1. Jahrhundert v. Chr. voll im Trend. Einen Meilenstein in der Entwicklung der Lockenwickler setzte der deutsche Frisör Karl Ludwig Nessler mit der Erfindung der Dauerwelle im Jahr 1906.

Wozu braucht man Lockenwickler?

Jede Frau, die nicht von Natur aus mit Locken gesegnet ist, wird im Laufe ihres Lebens früher oder später Erfahrung mit Lockenwicklern machen. Wenngleich sich Frisurentrends ebenso schnell ändern wie die Mode selbst, stehen weiche Wellen und sanfte Locken doch auf dem Wunschzettel so mancher Frau ganz oben. Neben dem Lockenstab sind es die klassischen Lockenwickler, mit denen man sich den Traum der Lockenpracht erfüllen kann, selbst wenn man von Natur aus glatte Haare hat. Lockenwickler werden aber auch für einen anderen Zweck eingesetzt, nämlich für die Erzeugung von Volumen.

Arten von Lockenwicklern

Heute sind Lockenwickler in den verschiedensten Formen auf dem Markt. Sie unterscheiden sich vor allem in Größe, Qualität, Material, Zweck und Anwendung. Mit Drahtwicklern, Samtwicklern, Haftwicklern (Klettwicklern), Volumenwicklern, Dauerwellwicklern, Papilotten und Heizwicklern stehen den Konsumenten und Frisören die unterschiedlichsten Varianten zur Auswahl. Die meisten dieser Lockenwickler sind in vielen verschiedenen Größen erhältlich.

Drahtwickler

Diese Variante der Lockenwickler besteht aus einem feinen Drahtgeflecht. Drahtwickler sind äußerst preiswert, aber qualitativ nicht sehr hochwertig. Der Tragekomfort dieser Wickler ist eher schlecht, weil sich das Drahtgestell auf der Kopfhaut unangenehm anfühlen und sehr schnell erhitzen kann. Neben den herkömmlichen Drahtwicklern sind auch Drahtwickler mit Borsteneinsätzen und Produkte, die mit Kunststoff überzogen sind, im Fachhandel erhältlich. Drahtwickler gibt es in verschiedenen Größen mit einem Durchmesser von 11 mm bis 40 mm.

Samtwickler

Samtwickler sind Aluwickler, die mit einer Samtschicht überzogen sind. Die gelochte Oberfläche sorgt für eine gute Luftzirkulation. Samtwickler werden im nassen Haar eingesetzt und sind in vielen verschiedenen Größen erhältlich. Sie werden mit speziellen Haarnadeln aus Kunststoff (Sticherl) fixiert und heizen sich während des Trocknungsvorgangs kaum auf. Wenn man sich besonders guten Halt wünscht, sind die Samtwickler definitiv die richtige Wahl.

Haftwickler (Klettwickler)

Wie der Name bereits sagt, sind diese Lockenwickler selbsthaftend. Haftwickler sind mit Klettmaterial überzogen. Sie können sowohl bei trockenem als auch bei feuchtem Haar angewendet werden. Durch die selbsthaftende Wirkung sind weder Haarnadel noch Clips erforderlich, weshalb die Handhabung besonders einfach ist. Die Haftwickler sind in zahlreichen Größen erhältlich, die von einem Durchmesser von 10 mm bis zu 80 mm reichen. Sie werden sowohl einzeln als auch in Kombipackungen zu 6 oder 12 Stück angeboten. Haftwickler können für die Erzeugung von Locken und Volumen eingesetzt werden, weshalb sie besonders beliebt sind.

Volumenwickler

Volumenwickler stehen den Konsumenten in den unterschiedlichsten Größen und Materialien zur Verfügung. Die meist konkave Form bewirkt, dass der Durchmesser hin zur Mitte kleiner wird. Volumenwickler werden mit speziellen Haarnadeln aus Draht oder Kunststoff fixiert und sorgen für schönes Volumen.

Dauerwellenwickler

Wie der Name bereits sagt, werden diese Lockenwickler zum Wickeln einer klassischen Dauerwelle benötigt. Dauerwellenwickler bestehen aus Hartgummi, sind meist zweifärbig und werden mit einem Gummiband fixiert. Mittlerweile haben sie jedoch an Bedeutung verloren, weil die Frisöre bei Volumenwellen und Dauerwellen vermehrt Volumenwickler verwenden.

Papilotten

Durch das weiche Schaumgummimaterial sind Papilotten besonders anschmiegsam und biegsam. Nach Aufwickeln der Haarsträhnen werden die Enden der Papilotten zusammengedreht. Sie eignen sich besonders die Erzeugung kleinerer Locken im trockenem Haar. Durch das weiche Material können sie auch während des Schlafens am Kopf belassen werden.

Heizwickler

Heizwickler sind die moderne Form der Lockenwickler, die mit dem Einsatz von Wärme arbeiten. Die Wickler bestehen aus Keramik oder Teflon und sind mit einer Schicht aus Velours oder Samt überzogen. Heizwickler werden in einem Ladegerät erhitzt. Durch die kurze Anheizzeit sind sie relativ schnell einsetzbar. Sie eignen sich für die Anwendung im trockenen Haar und erzielen in relativ kurzer Zeit gute Ergebnisse. Nach einer Einwirkzeit von etwa 20 Minuten können die mittlerweile ausgekühlten Wickler abgenommen werden. Die Haare fühlen sich sehr weich und geschmeidig an. Bei dieser Form der Lockenwickler ist ganz besonders auf gute Qualität zu achten, um den Schutz der Haare gewährleisten zu können.

Hersteller von Lockenwicklern

Die führenden Hersteller für Lockenwickler aller Art sind Efalock und Domino. Weitere Anbieter sind Weleda und Solida. Heizwickler sind unter anderem von den Marken Babyliss, Remington und Revlon erhältlich.

Grundausstattung für Lockenwickler

Für die optimale Nutzung der Lockenwickler bedarf es auch geeigneter Hilfsmittel und Stylingprodukte. Schmaler Stielkamm, Spiegel, spezielle Haarnadeln, Haarnetz und Lockenkamm sollten zu Ihrer Grundausstattung gehören.

Unabhängig davon, für welche Lockenwickler Sie sich entscheiden, sollten Sie vorab einen Schaumfestiger, ein Stylingmousse oder dergleichen auftragen, um so für optimalen Halt der künftigen Locken zu sorgen. Bei der Verwendung von Heizwicklern sollten Sie einen geeigneten Hitzeschutz in Form von Spray, Lotion oder Schaum verwenden, um so Ihre Haare zu schützen.

Wenn Sie Lockenwickler benutzen, bei denen die Haare im feuchten Zustand eingedreht werden, wie etwa bei Samtwicklern, empfiehlt sich der Einsatz einer Trockenhaube. Es ist zwar denkbar, die Haare an der Luft trocknen zu lassen, allerdings wäre der Zeitaufwand viel zu hoch. Auch der Einsatz eines Föhns gestaltet sich in diesem Zusammenhang als sehr mühsam. Trockenhauben zeichnen sich gegenüber dem Föhn durch eine besonders gleichmäßige und schonende Trocknung der Haare aus. Die Hitze des Gebläses können Sie durch 2- 3 verschiedene Temperaturstufen und eine Abkühlstufe individuell regulieren. Während Frisöre vorwiegend mit großen Standtrockenhauben arbeiten, ist für den Hausgebrauch der Einsatz von Schwebehauben vorteilhaft. Diese Art von Trockenhauben besticht durch ihre handliche Größe und kann somit auch praktisch in einer Kosmetiktasche aufbewahrt werden. Schwebetrockenhauben werden einfach über den Kopf gestülpt und blasen sich beim Einschalten des Geräts auf. Derartige Modelle werden unter anderem von Braun, Grundig, Krups, Valera und Efbe-Schott angeboten.

Nutzung von Lockenwicklern

Je nachdem welche Wirkung Sie erzielen beziehungsweise welche Art von Locken Sie erzeugen wollen, eignen sich Lockenwickler in unterschiedlicher Größe. Wenn Sie Ihrem Styling Volumen verleihen wollen, sollten Sie große Lockenwickler verwenden. Lockenwickler mit geringem Durchmesser eignen sich hingegen für kleine Gringellocken. Sanfte Wellen und große Locken können Sie mit größeren Wicklern kreieren.

Um perfekte Ergebnisse erzielen zu können, sind bei der Nutzung vor allem folgende Tipps zu beherzigen:
Es empfiehlt sich das Haar vorab mit einem schmalen Stielkamm in nicht zu dicke Strähnen zu unterteilen. Beim Aufwickeln der einzelnen Haarsträhnen auf die Lockenwickler ist vor allem darauf zu achten, dass auch die Haarspitzen eingedreht werden. Die Haare sollten Strähne für Strähne von den Haarspitzen in Richtung Kopfhaut eingerollt werden. Wenn Sie wenig Erfahrung und Übung im Umgang mit Lockenwicklern haben, kann es von Vorteil sein, eine Freundin zu bieten, Ihnen vor allem bei der Hinterkopfpartie behilflich zu sein.

Sie sollten sich jedenfalls versichern, dass die Haare auch wirklich trocken sind, bevor Sie die Lockenwickler zur Gänze herunternehmen. Sind die Haare nämlich noch leicht feucht, werden sich die Locken wieder besonders schnell aushängen. Die Dauer der Trocknungszeit ist sehr individuell. In diesem Zusammenhang empfiehlt es sich daher, vorab einen Lockenwickler am Hinterkopf abzunehmen und durch Anfassen zu testen, ob die jeweilige Strähne schon trocken ist. Bei Verwendung einer Trockenhaube oder Einsatz eines Föhns ist es ratsam, die Haare einige Minuten abkühlen zu lassen, bevor Sie die Lockenwickler entfernen. Vor Beendigung des Trocknungsvorgangs können Sie auch für kurze Zeit auf die Abkühlstufe umstellen, über die die meisten gängigen Geräte verfügen.

Beim Abwickeln der Lockenwickler sollten Sie möglichst behutsam vorgehen, um so die Locken zu erhalten. Die Wellen und Locken sollten Sie vorsichtig mit den Fingern oder mit einem großzackigen Kamm in Form bringen. Um längeren Halt der Lockenpracht zu gewährleisten, sollten Sie anschließend ein Haarspray zur Fixierung verwenden. Ebenso können Sie auch ein wenig Haarwachs in die Haare einarbeiten.

Vorteile und Nachteile von Lockenwicklern

Die Lockenwickler bringen vor allem den Vorteil, dass Sie damit weiche Wellen und Locken selbst bei glatten Haaren erzeugen können. Dadurch wirkt Ihr Haar auch sichtbar fülliger und voluminöser. Zudem können Sie mit dem Einsatz von großen Lockenwicklern Volumen in Ihr Haar bringen, ohne Locken zu erzeugen. Je nach Haardicke, Haardichte, Haarbeschaffenheit, Haarlänge und Übung sind diese Effekte von längerer oder kürzerer Dauer. Mit den speziellen Verfahren von Volumenwelle und Dauerwelle können Sie die Lockenpracht für mehrere Wochen oder Monate genießen. Zudem ist die Nutzung von Lockenwicklern im Vergleich zur Verwendung einer Rundbürste für das Haar schonender.

Ein Nachteil ist sicher im großen Zeitaufwand zu sehen, den Sie für das Aufwickeln und Trocknen der Haare einplanen müssen. Dies betrifft sowohl den Friseurbesuch als auch die Gestaltung der Frisur zuhause. Bei fehlender Übung werden Sie natürlich umso mehr Zeit benötigen. Wenn Sie wenig Erfahrung im Umgang mit diesen Produkten haben, gestaltet sich das Aufwickeln der Haare auf die Lockenwickler mitunter schwierig. Allerdings gilt auch in diesem Zusammenhang: Übung macht den Meister!